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Berufspolitischer Beitrag
   

  Ärztestatistik 2002 -Im Osten bricht der Nachwuchs weg

Die Zahlen der aktuellen Ärztestatistik (Stand 31. Dezember 2002) der Bundesärztekammer belegen einen bundesweiten Trend zum Ärztemangel. Die Zahl der ambulant tätigen Ärzte in vier Ärztekammerbezirken (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt) ist erstmals gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Ursache hierfür liegt in der rückläufigen Zahl der Hausärzte. In Sachsen-Anhalt ging daneben auch die Zahl der Krankenhausärzte zurück, was Ende 2002 in diesem Bundesland 1,1 Prozent weniger berufstätige Ärztinnen und Ärzte bedeutete im Vergleich zum Vorjahr. Bei den alten Bundesländern verzeichnete das Saarland einen Rückgang der stationär tätigen Ärzte.
Allein in Ostdeutschland sind nach Angaben der Krankenhausgesellschaften 1.000 Arztstellen in den Krankenhäusern unbesetzt, bundesweit sollen es rund 2.000 Stellen sein. Im Hinblick auf die in vielen Bereichen noch nicht vollständig erfolgte Umsetzung des geltenden Arbeitszeitgesetzes und das im Sommer erwartete Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu dieser geltenden Regelung, ist kurz- bis mittelfristig mit einem stark erhöhten Bedarf an Klinikärzten zu rechnen. Außerdem werden bis zum Jahre 2010 voraussichtlich knapp 23.000 Hausärzte ausscheiden. Auch hier sieht es in den neuen Bundesländern besonders dramatisch aus. Weil dort in den nächsten zehn Jahren etwa 35 bis 40 Prozent der Ärzte aus Altersgründen in den Ruhestand gehen, wird die hausärztliche Versorgung, vor allem in den ländlichen Regionen, bereits in naher Zukunft elementar gefährdet sein.
Beunruhigend ist, dass bei in den letzten Jahren konstant bleibender Zahl der Studienanfänger im Fach Humanmedizin die Gesamtzahl der Medizinstudenten kontinuierlich seit neun Jahren um über 13 Prozent gesunken ist. Daneben ist auch die Zahl der Absolventen seit acht Jahren rückläufig (um insgesamt 25 Prozent). Die Ursache für diese Entwicklungen liegt darin, dass die Zahl der Studienabbrecher bzw. Studienplatzwechsler ständig angestiegen ist. Inzwischen brechen etwa 20 Prozent eines Studenten-Jahrgangs das Studium ab.
Weiter verschärft wird die Situation dadurch, dass zunehmend mehr Medizinabsolventen nach anderen Tätigkeitsbereichen als dem Arztberuf Ausschau halten. Seit 1994 ist die Zahl der Ärzte im Praktikum (AiP) um mehr als ein Fünftel gesunken. Verantwortlich hierfür ist zu einem großen Teil auch die sinkende Attraktivität des Arztberufes.
Zum Vorjahreszeitraum sank die Zahl der Ärzte im Praktikum im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent, wobei es erhebliche regionale Unterschiede gibt. Trauriger Rekordhalter ist Sachsen-Anhalt mit einem Rückgang von 19 Prozent.
     



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